Touren Infos – Der Chaco in Paraguay

April 20th, 2012
Ruta 9 Transchaco

Ruta 9 Transchaco

Ich will da hin?! Eine der unwirtlichsten und reizvollsten Gegenden in Paraguay. Glühende Hitze in den Sommermonaten, monatelang keine Niederschläge. Kein oder kaum nutzbares Grundwasser durch den salzhaltigen Boden. Viel Staub und salzige Luft. Und doch leben im paraguayischen Chaco viele Menschen.

In den 30ger Jahren kamen viele Russlanddeutsche, vertriebene um hier ein neues friedliches Leben zu beginnen. Verschont von den politischen Verfolgungen im der damaligen Sowjetunion. Was diese neuen Siedler aus aller Herren Ländern im Chaco alles vollbracht haben lesen Sie in diesem Beitrag.

Mein erster Besuch im Chaco führt mich nach Filadelfia, ich dachte mal schauen wie die Menoniten so Leben. Gehört habe ich ja schon vieles, aber ich mache mir gerne selbst ein Bild und bilde mir meine eigene Meinung. Denn was dem einen gefällt ist dem anderen ein Dorn im Auge.

Morgens fahre ich los, in der Hoffnung schnell an mein Ziel zu kommen. Doch die 500 Kilometer nehmen kein Ende, doch die Fahrt durch die herrliche Landschaft entschädigt für vieles. Mir bis dahin unbekannte Tiere kreuzen meinen Weg, leider liegen auch auf der Straße viele überfahrene Gürteltiere und Schlangen.

Zuhause der Yacare (Krokodile)

Zuhause der Yacare (Krokodile)

Kleiner Steg zum Beobachten der Yacare

Kleiner Steg zum Beobachten der Yacare

...und dann die Schlachtung eines Yacare

…und dann die Schlachtung eines Yacare

Die Vegetation ändert sich, es wird zunehmend trockener und deswegen viel Heißer. Der Wind bläst ständig Staub von den anliegenden Weiden der großen Estancias auf die Strasse. Der Übergang vom feuchten Chaco zum trockenen Chaco ist ansonsten kaum zu bemerken. Endlich ist die Hälfte geschafft. Der Straßenzustand war bis hier her doch erstaunlich gut.

Durchweg asphaltiert und kaum Löcher auf der Fahrbahn. Der Verkehr war mäßig, eigentlich kaum was los, obwohl ich in der Woche Reise. Angekommen am Kilometer 249. Im Parador Pirahu auf der Ruta Transchaco gibt es eine gute Gelegenheit eine Pause einzulegen. Eine kleine Stärkung und Erfrischung für mich und Diesel und eine Scheibenwäsche für mein Auto.

Kurioses Pfahlhaus am Fluss Montelindo

Kurioses Pfahlhaus am Fluss Montelindo

Guter Dinge setze ich nach einer Stunde Rast meine Tour fort. Pozo Colorado, erreicht nach ca. dreißig Minuten. Hier befindet sich der Abzweig der Ruta 5 nach Conception. Ich bleibe jedoch auf der Ruta 9 zu meinem Ziel. Nach scheinbar endlosen Kilometern nähere ich mich der Kreuzung wo ich rechts nach Filadelfia abbiegen kann. Noch vierzehn Kilometer und ich bin am Ziel angelangt. Filadelfia, im paraguaischen Chaco.

Gegründet 1931 als Mennonitenkolonie unter der Verwaltung der Kolonie Fernheim. Circa 13000 Menschen leben in und um Filadelfia in 25 Dorfern. Die Bewohner leben vorrangig von Ackerbau, Viehzucht und der Milchwirtschaft. Verarbeitet werden unter anderem Erdnüsse und Sesam. Gebucht habe ich im Hotel Florida. Gelegen an der Hauptstraße des Ortes.

Knapp verfehlt beim ersten Versuch, denn ich habe die kleine Einfahrt übersehen die zwischen zwei Gebäuden liegt, Ehrenrunde im Ort. Mache ich doch gerne. Mein erster Eindruck? Das Hotel ist sehr gepflegt und es wird auch Deutsch gesprochen. Nachdem alle Formalitäten erledigt waren habe ich mein Zimmer bezogen und mich gleich danach auf den Weg zum Pool gemacht.

Viele Gäste des Hotels hatten dieselbe Idee. Erfrischung bei 44 Grad im Schatten. Der Zufall wollte das auch eine Sonnenliege im Schatten auf mich wartete… Nun treffen nach und nach auch meine Bekannten aus allen Richtungen des Landes ein.

Fliegender Händler im Chaco

Fliegender Händler im Chaco

Der ereignisreiche Tag neigt sich schon dem Ende zu, in der Dämmerung gibt es eine komplett andere Geräuschkulisse wie bei mir zu Hause, die Nächte im Chaco sind unbeschreiblich schön, klarer Himmel, Sterne wohin das Auge blickt und ein frisches kühles Bier zum Genießen, serviert am Pool.

So sehen Männerträume aus… (^^ich habe das Gefühl das dazu noch irgendetwas fehlt ;-))

Was mich morgen erwartet und was mir bei den Indianern widerfährt berichte ich demnächst im zweiten Teil meiner Chacoreise.

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